Neuigkeiten aus der Gemeinschaft - Hoffnung durch Aktionen

Es bedurfte eines Erdbebens, um in den Niederlanden ein Umdenken zu bewirken. In Groningen wurde in den 1950er-Jahren das größte Gasfeld Europas entdeckt. Bald folgten die Bohrungen und mit ihnen die Schäden, die sich im Laufe der Jahrzehnte offenbarten.[1] Erdbeben, durch Gasbohrungen verursacht, erschütterten das Leben der Anwohner*innen - wie ein Zeichen des Planeten, damit aufzuhören.

Also taten sich die Gemeinden zusammen und wurden aktiv. Sie wehrten sich jahrzehntelang und drängten schließlich die niederländische Regierung, das Gasfeld bis spätestens 2022 zu schließen und die Gasförderung in Groningen bis 2030 ganz einzustellen.[2] Inzwischen wissen die meisten Menschen, dass Erdbeben nicht der einzige Grund sind, warum es mit dem Gas aufhören muss. Gas heizt auch den Klimawandel an und bedroht unser größeres Zuhause, den Planeten.

Dieses Beispiel von "People Power" für den Ausstieg aus der Gasversorgung in Groningen gibt mir Hoffnung. Nicht Hoffnung im passiven Sinne - sich zurückzulehnen und zu hoffen, dass etwas passiert. Es ist eine aktive Hoffnung. Eine Hoffnung, die mehr Selbstvertrauen zum Handeln schafft - weil man sehen kann, wie andere handeln und etwas verändern.

Das ist es, was WeMove Europe erreichen will. Wir handeln gemeinsam, um Dinge zu verändern und durch dieses Handeln weitere Veränderungen anzuregen. Einzelne Aktionen - von Groningen bis Danzig - ergeben zusammen etwas Größeres, als wir je allein erreichen könnten. Dadurch wird ein Europa möglich, in dem die Menschen und der Planet an erster Stelle stehen.

Im Sommer gibt es erneut die Chance, den Planeten an die erste Stelle zu setzen - und zwar, wenn die Mehrheit im EU-Parlament im Juli gegen ein grünes Label für Gas und Atomenergie stimmt. Öffentliche und Privat-Investitionen in Milliardenhöhe könnten stattdessen in erneuerbare Energien fließen. Schließen Sie sich unserer Kampagne an, die genau das zum Ziel hat - werden Sie mit uns aktiv.

Aber der Klimaschutz ist nicht der einzige Bereich, der Hoffnung geben kann. Im Jahr 2019 hielten Hunderte von Menschen monatelang eine Mahnwache in einer Kirche in Den Haag ab, um eine Familie vor der Zwangsabschiebung zu schützen. [3] Sie nutzten ein Gesetz, das der Polizei den Zutritt zu einem Gotteshaus während eines Gottesdienstes verbietet. Dank ihrer Aktion konnte die Familie bleiben. Dann weitete die Regierung dieses Recht auf andere Familien und 700 Kinder aus! Und auf einer noch umfassenderen Ebene haben sie damit eine Kultur der Ausgrenzung in den Niederlanden in Frage gestellt. [4]

Es geht um Karin, die mit uns aktiv bei WeMove Europe ist. Sie nahm diesen Monat an unserer Aktion in Brüssel teil und traf uns zum ersten Mal persönlich. Das Erste, was mir auffiel, war, wie positiv sie der EU gegenüber eingestellt war. Sie sagte, dass die EU Belgien bei den Umweltstandards in die Pflicht nimmt. Das brachte mich zum Lächeln. Es ist gut, daran erinnert zu werden, dass es wirklich wichtige Gründe für die Entfaltung der EU gibt.

Aber sie möchte unbedingt, dass wir mehr darüber erfahren, woher wir unsere Energie beziehen. Lokale Energiegenossenschaften auf Gemeindeebene kämpfen ums Überleben. Und die Menschen haben Mühe, Informationen oder Unterstützung zu bekommen, um sich bei diesen Genossenschaften anzumelden. Was wäre, wenn Milliarden von Green-Deal-Geldern dorthin fließen würden? Was wäre, wenn uns das helfen würde, die Abhängigkeit von Öl und Gas aus Russland, Katar, Saudi-Arabien und den USA zu beenden? Was wäre, wenn uns das helfen würde, unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen ganz zu beenden?

Was wir an Karin schätzen, ist, dass auch sie nicht einfach nur hofft, dass etwas passiert. Sie meldet sich, bringt Ideen ein, unterschreibt Petitionen, schreibt E-Mails und packt mit an. Jetzt bereitet sie sich sogar darauf vor, Politikerinnen und Politiker in Brüssel anzurufen, damit sie im Juli nicht doch wieder auf Gas setzen. Sie können sich übrigens auch an dieser Aktion beteiligen!

Es gibt so viel Hoffnung. Wir haben so viel Macht. Vergessen Sie das nicht.

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