Sanierung der Modeindustrie

Mode nicht um jeden Preis – im Rahmen dieser Kampagne haben wir deutlich gemacht: Es gibt auf EU-Ebene nur wenige Rechtsvorschriften, die die Entscheidungen multinationaler Einzelhändler in der Lieferkette regulieren.

Zum ersten Mal hatte WeMove Europe die strategische Entscheidung getroffen, sich auf die Einzelhandelsketten selbst zu konzentrieren und nicht auf die EU-Institutionen. 2018 nahm die Kampagne Schwung auf und zwei der größten europäischen Bekleidungsmarken, H&M und Zara, wurden aufgefordert, ihr Vorgehensweise zu ändern. Danach haben wir Mango, ASOS, Marks & Spencer, Primark und Tesco adressiert.

Die Kampagne konzentrierte sich auf die unethische Beschaffung des Stoffes Viskose, der von diesen Unternehmen häufig für ihre Kleidung verwendet wird. Die Modegiganten beziehen diesen Stoff von Herstellern in Asien, die giftige Abwässer der Fabriken direkt in Flüsse und Bäche leiten. Dies führt(e) zu schwerwiegenden Gesundheitsproblemen bei den Beschäftigten und den Anwohner*innen.

Wir gingen eine außergewöhnliche Partnerschaft mit der Changing Markets Foundation ein und nutzten ihr politisches Fachwissen, um eine von der Basis getragene Kampagne zu entwickeln, die sich an die Unternehmen richtete und auf Veränderungen drängte.

Mehr als 300.000 Menschen unterzeichneten unsere Petition "Das schmutzige Geheimnis der Modegiganten". Auf neue Art und Weise nutzten wir für die Kampagne eigens entwickelte digitale Tools wie ein Quiz und den Spoof-Shop. Außerdem erhöhten wir den Druck mit öffentlichkeitswirksamen Petitionsübergaben im September 2017 während der Modewoche in Madrid und London.

Nach neunmonatiger Kampagnenarbeit erklärten sich Zara und H&M bereit, der Changing Market Roadmap beizutreten, die Marken und Einzelhandelsketten eine Anleitung zur Verbesserung der Herstellung von Viskose- und Modalfasern gibt. Andere Marken folgten, darunter ASOS, Marks and Spencer, Tesco und C&A.

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