Schutz unserer Lebensmittel

Wir Europäer*innen sollten keinen schädlichen Pestiziden ausgesetzt sein.

WeMove Europe setzt sich seit Herbst 2015 dafür ein, dass giftige Unkrautvernichtungsmittel wie Glyphosat von unseren Lebensmitteln und Feldern verschwinden. Das ist dasselbe Jahr, in dem die Internationale Agentur für Krebsforschung, eine Abteilung der Weltgesundheitsorganisation, Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend" erklärte.

Der Einsatz von Glyphosat nahm zu und was noch schlimmer war: Die Hersteller von Glyphosat beantragten eine neue Lizenz für den Verkauf ihres giftigen Produkts in Europa für weitere 15 Jahre.

WeMove Europe schloss sich einer Allianz von hauptsächlich Umweltorganisationen an, die sich bereits seit einiger Zeit mit dem Thema befassten. Gemeinsam beschlossen wir, eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) zu starten – ein Instrument der direkten Demokratie, mit dem die Menschen die Kommission auffordern können, Gesetze zu erlassen oder zu ändern. Wir forderten, dass Glyphosat nicht mehr zugelassen werden sollte. Außerdem forderten wir, die Zulassungsverfahren für Pestizide in Europa zu reformieren. Insbesondere wiesen wir darauf hin, wie wichtig es ist, dass alle Parteien Zugang zu allen Daten haben, die die Hersteller vorlegen müssen. Dies würde eine angemessene, objektive Prüfung und Überwachung ermöglichen.

Die Kampagne erwies sich als rekordverdächtiger Erfolg: In weniger als sechs Monaten wurden die erforderlichen eine Million Unterschriften gesammelt. Es war ein Beispiel für die Kraft einer breit gefächerten Bewegung, die sich aus verschiedenen Organisationen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Fachkenntnissen sowie aus mehr als einer Million Europäer*innen zusammensetzte.

Wissenschaftlerinnen bestätigten die Risiken und krebserregenden Auswirkungen von Glyphosat. Partnerorganisationen mit politischem Fachwissen gaben diese Informationen weiter und lieferten so die Details und die Schlagkraft, die für eine solide Argumentation erforderlich sind. Mitgliederinnen des Europäischen Parlaments, die unsere Ziele unterstützten, erläuterten uns die komplexen Entscheidungsprozesse und informierten uns

über die neuesten Entwicklungen.

WeMove Europe spielte als Bürgerbewegung die zentrale Koordinierungsrolle für die EBI. Es war eine enorme Herausforderung, aber wir haben sie gemeistert. Wir organisierten und vernetzten Partner*innen und übernahmen die Verantwortung für Fundraising und Technik.

Und natürlich: Wir mobilisierten mehr als eine Million Bürgerinnen und Bürger zur Unterzeichnung und organisierten wiederholt Aktionen. Der Höhepunkt war ein europaweiter Aktionstag, bei dem an Tausenden von Orten über 100.000 Unterschriften auf Papier gesammelt wurden.

Das Hauptziel der Kampagne, ein Verbot von Glyphosat in der EU, wurde zwar nicht erreicht, aber wir konnten die Überprüfung verschärfen. Glyphosat durfte wieder auf den Markt kommen, allerdings nur für 5 Jahre und nicht für 15 Jahre, wie von den Herstellern ursprünglich gefordert.

Langfristig vielleicht noch bedeutsamer ist jedoch, dass das Zulassungsverfahren für Umweltgifte und Lebensmittelzusatzstoffe geändert wurde, um den Forderungen unserer Kampagne nach Transparenz zu entsprechen. Als direkte Reaktion auf unsere EBI schlug die Kommission eine Rechtsvorschrift zur Erhöhung der Transparenz im Zulassungsverfahren vor, die im April 2019 vom Plenum des Europäischen Parlaments angenommen wurde.

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