Stoppt die Plastikflut, die unsere Ozeane erstickt

Wir alle haben die schrecklichen Bilder von toten Walen und anderen Meerestieren gesehen, die Plastik in ihren Mägen hatten.

Die Europäische Union ist der zweitgrößte Plastikverbraucher der Welt und die Nachfrage steigt jedes Jahr. Die Aktiven von WeMove Europe wollten ein Ende der Verschmutzung durch Einwegplastik erreichen. 2018 gelang uns ein großer Beitrag zur Verabschiedung ehrgeiziger Rechtsvorschriften, um das Problem zu bekämpfen.

Die Europäische Union hatte einen Vorschlag zur Verringerung des Plastikverbrauchs vorgelegt, und wir erkannten eine große Chance. Gemeinsam mit unseren Partner*innen in ganz Europa haben wir die EU aufgefordert, die Verabschiedung ehrgeiziger Rechtsvorschriften zu unterstützen. Sie würden den Verbrauch von Einwegplastik drastisch reduzieren und sicherstellen, dass die Hersteller für ihre Verschmutzung zahlen.

Ende 2017 fand die allererste EU-Konferenz zur Plastikstrategie statt, und wir wollten sichergehen, dass die EU handeln würde. Mehr als 2100 Personen unserer Gemeinschaft trugen dazu bei, dass in Brüssel 150 eindrucksvolle Plakate aufgestellt wurden, die die Schrecken der Plastikverschmutzung für unsere Tierwelt aufzeigten. Zudem nahm der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Frans Timmermans, über 600.000 Unterschriften persönlich entgegen.

Kurz darauf schlug die EU Rechtsvorschriften zum Verbot bestimmter Einwegkunststoffe vor. Aber nicht alles lief glatt. Im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens gab es Versuche, umweltverschmutzende Unternehmen für ihre Plastikverschmutzung nicht zur Rechenschaft zu ziehen.

Um den Druck aufrechtzuerhalten, arbeiteten wir mit unseren Partnerinnen daran, Unterschriften für eine umfassende Petition zu sammeln. Zudem schrieb unsere Gemeinschaft Hunderttausende E-Mails und Tausende Tweets an ihre Vertreterinnen.

Österreich war ein Schlüsselland in dieser Kampagne, da es den EU-Vorsitz während der Trilog-Verhandlungen über die Anti-Plastik-Gesetzgebung hatte. Unmittelbar vor der letzten Trilog-Verhandlung im Dezember 2018 schalteten wir per Crowdfunding Anzeigen in einer großen österreichischen Zeitung, die dazu beitrugen, die Gespräche zu unseren Gunsten zu beeinflussen.

Kurz darauf verkündeten die EU-Institutionen eine Einigung, die den Grundsatz beinhaltet, dass umweltverschmutzende Unternehmen zahlen sollten.

Die endgültige Abstimmung über die Kunststoffvorschriften wurde im März 2019 vom Plenum des Europäischen Parlaments angenommen. Sie verbietet Einwegplastikbesteck, Wattestäbchen, Strohhalme und Trinkrührer und trat 2021 EU-weit in Kraft. Außerdem wurden und werden die Hersteller verpflichtet, für die Abfallentsorgung und die Beseitigung verschiedener Einwegplastikartikel zu zahlen.

Doch die Umsetzung neuer EU-Gesetze dauert lange. Und als die Umsetzungsrichtlinien 2020 festgelegt wurden, war die Kunststoffindustrie bereits fleißig dabei, Lobbyarbeit zu betreiben – für Ausnahmen und Substitutionen, die die Auswirkungen des Gesetzes abschwächen würden.

Aber unsere Kampagne wurde noch stärker, weil wir im Rahmen einer dynamischen Allianz mit SumOfUs, Friends of the Earth Europe, Rethink Plastic und Break Free from Plastic zusammenarbeiteten.

Das könnte Sie interessieren

Alle Artikel